The Old Dubliner - Irish Pub

Hamburg-Harburg | Lämmertwiete

KÖRRIE KANTNER AND HIS NOT SO BIG BAND

Swing-Pop-Bluesfunk



"Der Junge mit der Mundharmonika" ist was anderes. Körrie Kantner (voc, hp) soliert auf seiner Blues Harp so virtuos, wie es sonst nur Gitarristen in Spandexhosen tun. Dazwischen singt er: von Frauen, Männern, Liebe, gehörlosen Gastronomiebediensteten, von Atommeilern und vom Wetter. Und damit man das nicht so genau versteht, übertönt ihn die vielleicht kleinste Bigband der Welt: eine kraftvolle Horn Section, ein paar reizende Backgroundsängerinnen und das groovige Rocktrio.

Das Ganze klingt nach Swing und Pop. Oder Bluesfunk. Oder  Hiphopfusionacapellareggaerocknroll. - Oder so ähnlich.
Und immer groovy, mit Texten zum Schmunzeln, Lachen und gelegentlich sogar zum Nachdenken - und mit Akrobatik an der Blues Harp.

Bernd Nowak (git) ist Gitarrist mit Leib und Seele. Auf seiner ur-jazzig anmutenden Duesenberg-Gitarre entwickelt er seine ganz eigene String-Theorie, mit der er in der Not So Bigband die unterschiedlichsten Stile zu einem harmonischen Ganzen vereint. Gemeinsam mit dem Publikum schwelgt er im warmen Sound seiner unvergleichlichen Soli, und bekommt das Ende des Konzerts meistens erst dann mit, wenn der Veranstalter den Strom abdreht.

Die Tatsache, dass Andreas „Rude“ Ravn (bs) sein angestammtes Musikinstrument (Piano) nur schlecht mit seiner Lieblingsmusik (Speed Metal) kombinieren kann, zwingt ihn zur Flexibilität, stilistisch wie instrumental. Die Not So Bigband lockte ihn mit „geilem Metalsound“. Dass sie damit das Blech der Bläsersektion meinte, stellte sich erst heraus, als er schon fest verkabelt hinter dem Bass stand. In diesem Moment war er aber auch schon den beiden Backgroundsängerinnen verfallen, die er seitdem niederfrequent unterstützt.

Bernd „das Taktell“ Dietz (dr) wäre eigentlich lieber Taktgeber für Atomuhren geworden, konnte aber beim Casting nur den zweiten Platz hinter dem Caesium belegen. Die Not So Bigband nutzte diesen kurzen Moment der psychischen Schwäche aus und verpflichtete ihn hinters Drumset, und bekommt von ihm seitdem jede Millisekunde Abweichung vom Idealtakt aufs Brot geschmiert.

Heike Lahmann-Lammert (tb), Meike Danker (sax) und Kristin Melosch (sax) stellen die Bläsersektion dar. Sie setzen die Musik mit akzentuierten Einsätzen in Szene und verleihen ihr den nötigen Drive, und verbitten es sich aufs Heftigste, wenn Körrie versucht, sich mit der Blues Harp in den Bläsersatz einzumischen.

Obwohl Leyla Schmidt-Wichmann und Kristina Nikitaras (bck voc) sich fast zum Verwechseln ähneln, sind sie mitnichten Geschwister. Sie bringen Multi-Ethno-Elemente mit in das ohnehin schon farbenreiche Oktett und sind der lebende Beweis dafür, dass auch jahrhuntertealte Konflikte sich schnell und unkompliziert durch die Musik überwinden lassen – vor allem aber sorgen sie für ein musikalisches Feuerwerk durch den Einsatz ihrer Stimmen.


Auftritte: 19.02.2011

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